• de
  • Angebote

Probelauf gescheitert — nun muss nach neuen Wegen gesucht werden

05.06.2014

Vor zehn Monaten übernahm der Wirtschaftprüfer und Steuerberater Paul Morzynski aus Hannover das Grand Hotel Heiligendamm. Einer jahrelangen Unstimmigkeit zwischen den ehemaligen Betreibern des Hauses und der Stadt Bad Doberan (Heiligendamm ist ein Stadtteil von Bad Doberan), bei der es darum ging das Gelände für den Durchgangsverkehr zu öffnen, begegnete der neue Eigentümer mit Zuversicht. Er öffnete das seit sieben Jahren geschlossene Gelände – ein Probelauf von Ostern bis Pfingsten. Doch noch vor Ablauf der Frist ließ er die Tore wieder schließen. Seit dem 31. Mai 2014 ist das Gelände des Grand Hotel Heiligendamm erneut für den Durchgangsverkehr gesperrt. Grund für diese Maßnahme gab das distanzlose Verhalten von Spaziergängern und Radfahrern durch das sich die regulären Gäste des Hauses massiv gestört fühlten. Eine extreme Zunahme von Gastbeschwerden zwang die Geschäftsleitung zum erneut überwachten Zugang des Areals. "Uns drohte, Umsatz verloren zu gehen", sagte Geschäftsführer Patrick Weber. Auch frühere Betreiber des Hotels hatten den ungebremsten Publikumsverkehr für Auslastungsprobleme verantwortlich gemacht.

Das traditionsreiche Grandhotel im ersten deutschen Seebad Heiligendamm ist seit Jahrzehnten ein Besuchermagnet, kein Wunder, besticht es doch durch seine bauliche Einmaligkeit, interessante Geschichte und der wunderbaren Lage, vis-a-vis des Ostseestrandes. Doch gerade an Christi Himmelfahrt kamen mehr als 1500 Neugierige auf das Gelände geströmt. Irritiert von der Dreistigkeit mancher Besucher, die intensiv das Frühstücksbuffet bestaunten oder Radfahrer, die in Gruppen über das Gelände rasten, was immense Gastbeschwerden nach sich zog, wurde über die Entscheidung des Probelaufs gezweifelt. Als dann bei telefonischen Anfragen der momentane Durchgangsverkehr auf dem Gelände zu verlorenen Buchungen führte, musste die Notbremse gezogen werden. Denn, Geschäftsführer Patrick G. Weber ist bewusst, dass er das Hotel in die Profitabilität führen muss. "Aber das schaffen wir nicht, wenn wir Dinge zulassen, die uns die Gäste weghalten", gibt er zu verstehen. Wie geht es nun weiter? Die Frage betrifft die Interessen der Hoteleigner ebenso wie die der früheren Investoren und die der Gemeinde Bad Doberan. Nun geht es um eine tatsächliche Mediation, was bedeutet, dass alle Beteiligten an einen Tisch müssen, um nach konstruktiven Lösungen des sogenannten Konflikts zu suchen, die dann den Interessen aller Beteiligten entsprechen. Bis dies nicht geschehen ist, wird der Status quo, wie er gegenwärtig in den Medien zu lesen ist, erhalten bleiben. Das bedeutet, Tagesgäste, die eines der Restaurants oder den Spa-Bereich des Hotels besuchen möchten, sind nach wie vor herzlich willkommen. Spaziergängern (insbesondere Radfahrern), die nur auf kurzem Wege zum Strand oder von dort zum Bahnhof möchten, empfehlen wir wieder den gewohnten Weg entlang der Promenade und dann durch das idyllische Wäldchen - im Übrigen ein schöner Weg, etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß.